HB microtec setzt auf SolidCAM als starken Partner im CAM-Bereich


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Erfolgreiches Start-Up für effiziente Zerspanung - Als sich Robert Bede und Viktor Horn auf den Turning Days 2017 zufällig begegneten, ahnte wohl keiner der beiden, dass dies der Startschuss für eine erfolgreiche Unternehmensgründung sein würde. Nach dem Abschluss der Meisterschule im Weltzentrum der Medizintechnik in Tuttlingen, das gleichwohl in der Nähe des Heuberger Schraubengebirges liegt, wie das Cluster aus Drehtechnik-Unternehmen gerne genannt wird, waren Horn und Bede neun Jahre in großen Unternehmen eigene Wege gegangen. Beim Austausch ihrer Erfahrungen über Defizite von Schneidwerkzeugen, Werkzeugmaschinen und deren Programmierung kristallisiert sich ihr neues Unternehmenskonzept klar heraus: vier Monate später war die HB microtec GbR geboren.

Im IFC Tuttlingen, dem neu gegründeten Innovations- und Forschungszentrum der Hochschule Furtwangen, kooperiert das aktuell achtköpfige Start-Up mit dem Kompetenzzentrum für Spanende Fertigung KSF und positioniert sich mit frischen Ideen, praxisnahem Know-how und absoluter Perfektion als Komplettlösungspartner in Zerspanungsfragen. Die HB microtec entwickelt und fertigt dazu kundenspezifische Schneidwerkzeuge für hochkomplexe Bohr- und Fräsarbeiten im µ-Bereich und ist Systemlieferant für individuell ausgearbeitete Maschinenlösungen in der Dreh- und Frästechnologie.

Damit der versprochene Wettbewerbs- und Kundenvorteil in der Fertigungspraxis realisiert werden kann, müssen im komplexen Zusammenspiel aus Werkzeugmaschine, Schneidwerkstoffen, Werkzeuggeometrie und Bearbeitungsstrategien viele Synergien geschaffen und genutzt werden. „Hierbei setzen wir mit CNC-Langdrehautomaten von Star, CNC-Drehfräszentren von Biglia, Standardwerkzeugen von Inovatools und Widia sowie im CAM-Bereich mit SolidCAM auf ganz starke Partner“, betont Geschäftsführer und Zerspanungstechnologe Viktor Horn. Darüber hinaus entwickelt und fertigt HB microtec GbR maßgeschneiderte Schneidwerkzeuge 100% Made in Germany.

Die Kundenbauteile in der Medizintechnik und im Automotivbereich werden technisch immer anspruchsvoller, die Toleranzen immer enger. Speziell bei Serienteilen ist dabei der Kostendruck extrem hoch, die Wirtschaftlichkeit steht über allem. Schon alleine deswegen werden die eingesetzten CNC-Maschinen komplexer, denn wer Werkstücke in kürzester Zeit komplett bearbeitet von der Maschine bekommen muss, kommt an mehrachsigen, mehrspindligen Drehfräszentren und Langdrehern nicht mehr vorbei. Laut Geschäftsführer Robert Bede, seien die Dreher in der Region Bodensee, Heuberg und Schwarzwald absolute Experten, um nicht zu sagen, Künstler der Langdrehtechnik, zaubern könnten sie jedoch auch nicht. Freiformflächen und sehr komplexe Geometrien seien ohne entsprechende CAM-Unterstützung entweder gar nicht oder nicht wirtschaftlich programmierbar. Wo jede Sekunde zählt, machten tagelanger Maschinenstillstand für das Programmieren direkt an der Steuerung, das Einrichten der Werkzeuge sowie die Synchronisierung und Optimierung der Bearbeitung nur wenig Sinn. Hinzu komme, dass viele Unternehmen die Jagd auf ausgewachsene Exemplare und Jungtiere der Spezies „Künstler der Langdrehtechnik“ erfolglos abbrechen. Bede im Klartext: „Gerade kleine und mittlere Betriebe verlieren durch Personalwechsel in die Industrie und Pensionierungen viel Know-how. Mit der richtigen CAM-Software könnten die Betriebe dies jedoch streckenweise kompensieren. Aber auch wir als ausgemachte Werkzeug-Spezialisten können allein mit Formwerkzeugen nicht alles abdecken. Deshalb haben wir für die Entwicklung und Anwendungstechnik einen kompetenten und pragmatischen CAM-Partner gesucht, der über eine leistungsfähige Software sowie die nötige Erfahrung in der Dreh- und Langdrehtechnik verfügt.“

„Der Support von SolidCAM ist einzigartig“ betont Anwendungstechniker Daniel Mayer, bei HB microtec für die Projektierung, Werkzeugauslegung und CAM-Programmierung der CNC-Maschinen zuständig. Gemeinsam mit SolidCAM und Star habe man den Postprozessor für die Star SR-20RIV type B angepasst sowie eine absolut zuverlässige Maschinensimulation erstellt, welche die vollständige Kinematik der Maschine mit Haupt- und Gegenspindel, Revolvern und Werkzeugen eins zu eins abbilde. Schließlich, so Mayer, sei es eine der Hauptaufgaben des CAM-Systems, die Bearbeitung so sicher wie möglich zu gestalten, denn speziell in Langdrehern gehe es bekanntermaßen extrem eng zu, die Freiräume für Werkzeuge und Halter seien minimal. Die Maschinensimulation zeigt mögliche Kollisionen zwischen Maschinenkomponenten, Werkzeugen und Haltern sofort an. So kann jede Bearbeitung am ständig aktualisierten Rohmodell im Vorfeld realistisch kontrolliert werden, bevor das CNC-Programm dann direkt vom Computer auf die Maschine geht.

Für kürzeste Stückzeiten durch eine sinnvolle und zeitsparende Aufteilung der Bearbeitung auf Haupt- und Gegenspindel verfügt SolidCAM im Modul Advanced Mill-Turn über eine visuelle Kanalsynchronisation mit eingebautem Plausibilitätscheck. Erkennt die CAM-Software Probleme in der Bearbeitungslogik, werden dem Anwender sofort Lösungsvorschläge aufgezeigt. In der aktuellen Version unterstützt SolidCAM beim Aufteilen der Bearbeitungen auf die verschiedenen Spindeln und Revolver jetzt eine unbegrenzte Anzahl von Kanälen, sagt Anwendungstechniker Daniel Mayer und lobt die kontinuierliche Weiterentwicklung des CAM-Systems. Besonders habe er sich über die Möglichkeit gefreut, beim 5-Achs-Simultanfräsen nun sämtliche Typen von Kreissegment bzw. Tonnenfräsern einsetzen zu können. Durch deren größeren Radius lassen sich bei der Schlichtbearbeitung größere Bahnabstände realisieren, die Bearbeitungszeiten beim Schlichten sind deswegen deutlich kürzer als beim langwierigen Abzeilen der Kontur mit Kugelfräsern. Bessere Oberflächen und schnellere Laufzeiten erhöhen die Wirtschaftlichkeit bei der Herstellung von Medizintechnikprodukten wie Implantaten deutlich.

Mit dem Einsatz der exklusiv bei SolidCAM verfügbaren iMachining-Bearbeitungstechnologie senkt HB microtec nicht allein die Bearbeitungszeit. Vor allem bei den in der Medizintechnik üblichen Edelstählen und Titan sowie sehr kleinen Werkzeugdurchmessern erhöht iMachining die Prozesssicherheit erheblich. Auch die Standzeit der Werkzeuge steige um 300 Prozent und mehr, wie Daniel Maier berichtet. Kundenprojekte werden bei HB microtec natürlich vertraulich behandelt. Umso mehr wird bei Demo-Werkstücken für eigene Workshops und Events aus dem Vollen geschöpft. Bei diesen geht es darum, das Leistungsvermögen der verfügbaren Maschinen, Werkzeuge und CAM-Software aufzuzeigen. Die Demo-Teile beinhalten neben iMachining-Jobs sämtliche 2D-, 3D- und simultane 5-Achsbearbeitungen wie Gewindewirbeln, feinste Gravuren, Tieflochbohrungen und komplexe Flächen.

"Unsere Kunden sind zufrieden - bisher gab es durchwegs positive Resonanzen", freuen sich Robert Bede und Viktor Horn über das stetige Wachstum ihres Start-ups. In Kooperation mit der Inovatools Eckerle & Ertel GmbH wurde erst kürzlich eine Werkzeugschleiferei für Sonderwerkzeuge, Medizinalteile und den eigenen Nachschleifservice übernommen. Damit ist die HB microtec GbR bestens für die Zukunft aufgestellt.

 

Das Team der HB Microtec GbR vor dem IFC in Tuttlingen
Kürzere Stückzeiten, höhere Werkzeugstandzeit und vor allem eine schnelle, übersichtliche Programmierung der Werkstücke erreicht HB microtec mit SolidCAM Advanced MillTurn
Benchmark-Teil Medizintechnik
Zeitsparende Schlichtbearbeitung einer Knochenplatte mit Kreissegmentfräser
Stückzeitoptimierung mit der Kanalsynchronisation im SolidCAM-Modul Advanced MillTurn
Realistische Maschinensimulation der Star SR-20RIV type B